TS-1 / 34 Promyk - PiotrP

Polnische Segelflugzeuge und Amateurkonstruktionen
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TS-1 / 34 Promyk

Segelflugzeuge bis 1945 > 1937 - 1945

Eingeflogen: 1937
Spannweite: 11,8 m
Länge: 60 m
Höhe: 1,5 m
Flügelfläche: 13,6 m²
Streckung: 10,3
Tragflächenprofil: ?
Gewicht: 105 kg
Max. Fluggewicht: 195 kg
Tragflächenbelastung:  14,1 kG/m²
Gleitzahl: 22,5 bei 80 km/h
Sinkgeschw.: 0,79 m/s bei 55 km/h
Mindestgeschw.: 42 km/h
Max. Geschw.: ? km/h
Lastvielfache: +9 g

Foto: "Skrzydlata Polska" maj 1938
TS-1 / 34 Promyk (Sonenstrahl was aber in der polnischer Sprache auch kleines radius - Kreisradius bedeuten kann)

Die Tarczyński und Stępniewki TS-1/34 Promyk war ein polnisches Hochleistungssegler mit kurzer Spannweite aus der Mitte der 1930er Jahre und das erste polnische Segelflugzeug, das mit Wölbklappen ausgerüstet war. Sein Bau wurde durch eine Finanzkrise verzögert und seine Weiterentwicklung (TS-2) durch den Zweiten Weltkrieg beendet.

Mitte der 1930er Jahre gab es ein internationales Interesse an Hochleistungssegelflugzeugen mit kleiner Spannweite, da ihre Fähigkeit, eng zu kreisen ermöglichen würde, in engen Thermikblasen zu bleiben und die eng zu Zentrieren. Die 1933 gebaute deutsche Darmstadt D-28 Windspiel war ein frühes Beispiel dafür. Die Struktur des späteren, experimentellen Promyk (keines Radius) war fast doppelt so schwer wie die des filigranen Windspiels, obwohl die Spannweite etwas geringer war. Sein Entwurf, auch bekannt als TS-1/34, wurde 1934 begonnen, aber der Bau in den Werkstätten der ZASPL in Lwów verzögerte sich durch eine Finanzkrise in Polen zwischen 1935 und 1936. Die Verzögerung gab Stępniewki die Gelegenheit, die Promyk zum ersten polnischen Segelflugzeug mit Wölbklappen zu machen. Er flog schließlich im Frühjahr 1937.

Der einsitzige Promyk war eine Holzkonstruktion mit einer freitragenden, einteiligen Tragfläche, die im Grundriss trapezförmig und mit abgerundeten Spitzen war. Tragfläche wurde als eine Zwei-Holm-Konstruktion mit Sperrholz und Stoff verkleidet. Die die Wölbung verändernden Spaltklappen innerhalb der Querruder hatten eine maximale Auslenkung von 40° und konnten sowohl als Bremsklappen dienen als auch den Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit erhöhen.
Die Tragfläche war über einem Schalen-Rumpf mit ovalem Querschnitt und Sperrholzbeplankung auf einem kurzen, verkleideten Pylonen montiert, vor dem sich ein geschlossenes Cockpit befand. Eine gefederte Landekufe lief unter dem vorderen Rumpf hindurch. Seitenleitwerk Stoff-Bespannt und das Höhenleitwerk Sperrholz-Stoff bespannt.
Zg.: Roman Kiełpikowski

Rys: "Skrzydlata Polska" maj 1938


Und hier interessante Beschreibung, die von Przemysław Nalepa zugeschickt wurde:

Geschichte von einem “Promyk”

            In den Jahren 1933/1934 arbeitete Tadeusz Tarczyński (noch als Student) im aerodynamischen Institut bei der technischen Hochschule in Warszawa. In der Zeit wurden viele Tragflächenprofile für ein Bombenflugzeugprojekt getestet. Eins von den Profilen hatte sehr gutes Verhältnis zwischen Auftrieb und Luftwiderstand. Das Projekt mit dem Bombenflugzeug wurde nicht realisiert, aber die Untersuchungen im Windkanal waren so viel versprechend, dass 2 Studenten der technischen Hochschule, Tadeusz Tarczyński und Wiesław Stępniewski (späterer Professor) sich entschlossen haben, die Ergebnisse für ein Segelflugzeugprojekt zu nutzen.

Zu der Zeit wurde eine Konzeption für einen Hochleistungssegler mit sehr kleiner Flächenspannweite nichts neues. In Deutschland flog bereits der Segler Windspiele mit sehr kleiner Spannweite und äußerst kleiner Belastung der Tragfläche. Man erreichte das durch konsequentes Einsetzen von sehr leichten Baumaterialien, zu den vor allem Spruce (reinrassige Rottanne) und Müllerseide zählte. Natürlich konnte das Projekt von dem künftigen Promyk (so benannt, weil in der polnischen Sprache der Promyk die Verkleinerungsform von Promień ist, was wiederum auch einen Radius bedeutet und als Ableitung für ganz kleinen Kreisradius steht) nicht als so extremer Leichtbau aus Kostengründen (Studentenprojekt) realisiert werden. (Windspiele hatte das Eigengewicht von 54 kg)*

Das Projekt vom TS-1/34 Promyk wurde 1934 entwickelt. Die Tragflächen wurden aus Gewichtsgründen ungeteilt und mit 11,8m Spannweite gebaut, der Pilot hatte unter der Nasenleiste der Tragfläche eine geschlossene Kanzel, das Höhenleitwerk basierte auf dem Konzept des Seglers CW5 von Ing. Czerwinski, das relativ hoch montiert wurde, um mögliche Beschädigungen beim Landen zu vermeiden. Die finanziellen Schwierigkeiten und Aufnahme der Arbeit von W. Stępniewski im Technischen Institut des Segelflugs in Lwów brachten eine deutliche Verspätung der Entwicklungsarbeiten. Die Verspätung hatte aber auch positive Seiten, weil die Konstruktion nochmals überdacht wurde und man die Tragflächen mit Spaltklappen ausgestattet hat, was wiederum zur Erhöhung des Preises und Gewichts führte. Die späteren Untersuchungen bei dem Institut der Flugtechnik (ITL in Warszawa) zeigte jedoch eine enorme Wirksamkeit der Klappen beim Kreisen in engen Aufwinden und deutlichen Verbesserung der Langsamflugeigenschaften. Das Segelflugzeug wurde in Lwów gebaut und im Frühling 1937 von Z. Żabski eingeflogen. Die neu entwickelten Spaltklappen hatten im Nachhinein noch einen Vorteil, der später bei der Kreiskampftechnik der Militärmaschinen im 2. Weltkrieg in England genutzt wurde.

Ing. Tarczyński hat noch vor dem Krieg bei PZL die Wilk und Lampart entwickelt. Ing. Stepniewski hat bei ISTUS gearbeitet und während und nach dem Krieg arbeitete er in der Luftfahrtindustrie in Kanada (de Havilland  Canada, Jet Helicopter Corp.) und USA (Piasecki Helicopter Co. und später Boening Vertol), aber das wäre schon das Thema für eine andere Geschichte.

Der Ing. Tarczyński hat jetzt 94 Jahre und lebt in den USA.

© 2002 Przemysław Nalepa

© Piotr Piechowski
since 2002

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